Logo von an-der-wurzel.de

Start Tiere Garten Bilder Kontakt Verkauf Wurzel Impressum


Wurzel - Anfänge - Warum lebe ich so? - Die Frage der Notwendigkeit - Sehnsucht - Frühling - Das Party‑Boot - Eines Geistes - Gemeinsam - Krebsbekämpfung


< >

Liebe die Menschen
ohne um ihre Anerkennung zu buhlen.
Geh Deinen Weg.


Wir sind erzogen worden. Wir haben diese Indianer­filme gesehen mit kreischenden Indianern und schießenden Cowboys, die zivilisierte Welt verteidigt sich gegen verrückte Wilde. Wir haben brav die Wunder der modernen Medizin gelernt, Mond­raketen bestaunt, Autos und Wasch­maschinen.

Zweifel? Ja, Zweifel. Bilder vom Krieg. Umwelt­verschmutzung. Geno­zide. Amerika versucht, sich stets als gut und geläutert dar­zu­stellen, der arme John Rambo.

Klar, wir schwimmen eine Zeit lang in diesem Strom. Wurden ja geimpft mit der Sehn­sucht nach einer guten Stellung und Ansehen, ordent­licher Krawatte und an­ständigem Auto, mit dem Glauben an die Not­wendig­keit von mehr. Und noch mehr. Der Glaube an materielle und finanzielle Sicher­heit durch mehr als genug. Gier als Mittel gegen die Angst vor dem Tod.

Aber wir sind auch in die Welt hinaus, haben zur Genüge gesehen, dass andere Weisen zu leben uns Optionen und Alter­nativen auf­zeigen konnten. Wollten. Möglich­keiten eines eigenen Lebens­weges, viel­leicht sogar ohne die schein­bar unver­meidliche Zu­müllung und Zer­störung der Mit­welt, der Um­welt, unseres Lebens­raumes, ohne Massen­ge­metzel industrialisierten Viehs in Beton­hallen, ohne Pesti­zide und ohne ver­seuchtes, nicht mehr trink­bares Wasser, und ohne total ent­fremdete Wohn- und Arbeits­bedingungen.

Wir haben einen Cut gemacht. Nie­mand hat wirk­lich ver­standen. Manche haben uns idealisiert, manche ver­urteilt. Mir ist klar, dass ich nicht mehr am Tropf dieses Systems hängen will, an der Zitze eines Monsters, das seine eigenen Kinder heran­zieht, um sie zu verspeisen im nächsten Krieg, im nächsten Crash, im nächsten Nieder­gang. Eins­komma­sechs Hektar Land, viel gute Wut, Liebe, Ent­schieden­heit trotz Zweifel und Angst.

Manche sehen nur die Idylle, nicht aber die Müh­sal, die damit ver­bunden ist, sich jeden Tag neu zu ent­scheiden, sich gegen den Strom der eigenen En­kulturation zu stemmen. Es ist eine Müh­sal, die voll­kommen anders, viel­leicht hefti­ger ist als die Müh­sal eines An­fangs inner­halb des Systems. Es ist eine Initiation ohne die starke, helfende Hand eines Initiators, sei dieser Initiator nun eine wirk­liche Person oder der bestätigende und ermutigende Gedanken­strom, gebildet durch die Kräfte der eigenen Soziali­sation. Dieser Mangel ist inner­lich, ist ver­borgen, jedoch bei weitem mehr wirk­sam als die für alle leicht sicht­bare Idylle, die auf mich ja glück­licher­weise auch wirkt. Hinzu kommt, dass sich zu dieser An­strengung, die ich ja als Kraft­losig­keit er­fahre, An­fänger­tum in allen Be­reichen ge­sellt. Und jeder Fehler, der aus dem An­fänger­tum resultiert, weckt Selbst­an­klagen und Selbst­vorwürfe, trotz allen Wissens, dass dies ja nicht anders sein kann.

Wie geht es weiter? Menschen interessieren sich. Proji­zieren, träumen, werden ge­impft mit Zweifeln am System, an be­stehenden gesell­schaflt­lichen und poli­tischen Verhält­nissen, mit Mut. Gehen weiter. Ob mal jemand bleibt? Das wäre (m)ein Traum.

< up >