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Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott. Und das Wort war Gott.
Was ich bin, will ich sein, will ich leben.
Was ich bin, will ich denken, will ich werden.
Es werde, mit Mut, was ich denke,
es werde, mit Liebe, was ich bin.
Und doch: Ich bin der Ich-werde.


Deine Mittel reichen nicht

Entweder ich häufe in Angst und Gier Totes an, um davon zu zehren, oder ich lerne es, immer mehr Teil von lebendigen Kreisläufen zu werden, die mich tragen und ergänzen und um die auch ich mich mit Kreativität und Hingabe kümmere, auf dass daraus eine Gemeinschaft liebevollen Gebens und Nehmens entstehe.

Ich stelle mir eine Kultur vor. Vielleicht so, wie viele von uns gerne Indianerstämme idealisieren.

In solch einer Kultur fängt eine älter werdende Jungfer plötzlich an, ängstlich in eine Emsigkeit zu verfallen und hortet alles Mögliche. Dieses Verhalten fällt mit der Zeit auf und die Leute fragen, was sie denn hat, was denn los ist. Sie sagt, sie muss vorsorgen, weil sie merkt, dass sie älter wird. Und sie will nachher nicht ungewappnet, schutzlos und ohne Mittel und ganz verlassen den stürmischen Unbillen des Älterwerdens und Altseins ausgeliefert sein. Die Zuhörenden kapieren gar nix. Der Häuptling sagt: "Kümmere Dich um Deine Sachen, das ist gut. Aber hör auf zu spinnen."

Was ist das: "Deine Sachen"? Es ist der Beitrag zur Gemeinschaft. Die Jungfer soll aufhören, sich um ich-mir-mein-mich zu drehen, sie soll sich überlegen, was ihr ureigenster – und damit wertvoller – Beitrag für die Gemeinschaft ist.

In unserer Gesellschaft kann jeder die Jungfer verstehen, denn wir haben es sehr früh gelernt, nicht auf die Gemeinschaft zu vertrauen, die es ja so eigentlich auch gar nicht gibt. Wir haben vertraut, auf das Gehortete zu vertrauen. Oder auf den Ersatz dafür, auf Geld. In dieser Art von Weltsicht gibt es vielleicht Gesellschaft oder Kultur, und immer mehr ein zunehmend globalisiertes hochgradig vernetztes und effizientes Versorgungssystem, das an seinen unendlich vielen Gelenkstellen derzeit immer mehr durch künstliche Intelligenz und Automatisierung ausgestattet wird.

Wir haben Angst. Ich habe Angst. Ich bin groß geworden im Versorgungssystem, habe mich an seine Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten gewöhnt, an seine Sicherheiten. Ich habe alle Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben, um diesem Versorgungssystem zu dienen, um mir darin einen Namen zu machen, um darin Sicherheit zu bekommen und Sicherheiten anzuhäufen, denn da draußen heult ein sehr garstiger und gar frostiger Wind, gegen dessen Natur ich mich wehren muss, gegen dessen Natur mich das effiziente Versorgungssystem schützt. Deine Mittel reichen nicht, raunt es mir zu wie die gruselige Krösa-Maja. Deine Mittel reichen nicht. Ich, das Versorgungssystem bewaffne Dich, ich habe Dich von Anbeginn bewaffnet mit meiner Waffenrüstung, mit der bequemen und effizienten Waffenrüstung des Versorgungssystems. Der Preis für diesen Schutz ist Alleinsein. Den kannst Du bezahlen. Lebe brav konsumierend individualistisch. Empfangen in einem Reagenzglas; geboren in einen Brutkasten hinein; in einen Laufstall transferiert; eine kleine Wohnung in einem Wohnblock; Lernen in einem Betonklotz; ein Auto verleiht mir Mobilität. Von Kasten zu Kasten, von Klotz zu Klotz. Vielleicht mal ein Aufblicken vom Bildschirm, ein Ausflug in einen Wald mit sicheren Wegen, ein gepflegter Forst. Dann der letzte Kasten aus lackiertem Holz, gerade so groß wie ich. Ausschaltknopf. Zwischen Brutkasten und Sarg: Routinierter alltäglicher Kampf. Ich-mir-mein-mich. Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit.

Das aktuelle System-Symbol ist für mich der Mundschutz. Berührungsverhinderung, Übertragungsverhindeung, Feind, Austauschverhinderung, Infektionsgefahr, Shutdown, Abgrenzung, Isolation, Egoisierung, Atomisierung.

Und ich spiele mein eigenes kleines Rebellenspiel. In aller Autarkiebestrebung bin ich nicht Robinson Crusoe. Ich mache mich unabhängig vom Mammon, vom Geld. Ich diene Gott, und Gott ist die Liebe, Gott ist Gemeinschaft. Und ich bin so verrückt, dass ich der Liebe vertraue. Und die Liebe sagt: Hab keine Angst. Die Weisheit sagt: Baue eine Gemeinschaft. Sei nicht allein. Diene dieser Gemeinschaft, stärke sie, lebe für sie. Sie ist Dein Netz, sie ist ein Netz, das aus Liebe und Hingabe geflochten ist.

Allerdings braucht es auch die starke innere Freiheit, sich zu entscheiden, sich den inneren "Dämonen" zu stellen, die unweigerlich aufstehen, um Deinen Weg der Freiheit und der Liebe zu besudeln.

Deine Mittel reichen nicht. Deine idealistischen Träumermittel. Vergiss das einfach und geh wieder zurück ins Glied. Gehorsam konsumieren und anhäufen. Ich, das System, gebe Dir Sicherheit. Ich gebe Dir den Weg vor. Ich legitimiere Dein Tun.

Und? Ich lache. Ich gehe meinen Weg. Und ich vertraue darauf, dass sich jemand zu uns gesellt, der auch keinen Bock auf die Fleischtöpfe Ägyptens hat, der auch keinen Bock auf Versorgungssystem hat, der auch das Wagnis Liebe, das Wagnis Freiheit und das Wagnis Gemeinschaft eingehen will.

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